1. April 2026
|Franca Helfert
bAV ohne Versicherung: Welche Alternativen Unternehmen ab 2026 kennen sollten
Einleitung
Die betriebliche Altersversorgung gehört für viele Unternehmen zum festen Bestandteil der Vergütung. Dennoch basiert ein großer Teil der bestehenden Lösungen weiterhin auf klassischen Versicherungsprodukten wie Direktversicherungen oder Pensionskassen.
Gleichzeitig verändert sich das Umfeld der betrieblichen Vorsorge deutlich. Niedrige Garantiezinsen der vergangenen Jahre, steigende Kosten und der Wunsch nach mehr Flexibilität führen dazu, dass sich immer mehr Unternehmen mit alternativen Modellen beschäftigen. Besonders bei Führungskräften und spezialisierten Mitarbeitergruppen stoßen klassische Versicherungslösungen häufig an ihre Grenzen.
Immer häufiger stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Ist eine betriebliche Altersversorgung auch ohne Versicherung möglich?
Die Antwort lautet ja. Das Betriebsrentengesetz lässt mehrere Wege zu, bei denen Vorsorgelösungen ohne klassische Versicherungsprodukte gestaltet werden können. Gerade für Unternehmen, die ihre Vergütungsmodelle strategisch weiterentwickeln möchten, gewinnen diese Modelle zunehmend an Bedeutung.
Was ist betriebliche Altersversorgung
Die betriebliche Altersversorgung, kurz bAV, ist eine Zusatzrente, die Arbeitnehmer*innen über ihren Arbeitgeber erhalten. Sie ergänzt die gesetzliche Rente und soll dazu beitragen, den Lebensstandard im Alter zu sichern.
Unternehmen können ihren Beschäftigten verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung anbieten. In Deutschland sind dafür fünf sogenannte Durchführungswege gesetzlich vorgesehen.
Zu den bekanntesten Varianten gehören die Direktversicherung, die Pensionskasse und der Pensionsfonds. Darüber hinaus existieren mit der Unterstützungskasse und der Pensionszusage zwei Modelle, die häufig mehr Gestaltungsspielraum bieten.
Die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Häufig wird ein Teil des Bruttogehalts in Beiträge zur Vorsorge umgewandelt. Diese sogenannte Entgeltumwandlung senkt während der Ansparphase das zu versteuernde Einkommen. Zusätzlich leisten viele Unternehmen eigene Arbeitgeberbeiträge und erhöhen damit die spätere Altersleistung ihrer Mitarbeiter*innen.
Neben steuerlichen Vorteilen spielt auch der strategische Nutzen eine wichtige Rolle. Eine attraktive betriebliche Altersversorgung kann die Mitarbeiterbindung stärken und die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber deutlich erhöhen.
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Die fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung
Das deutsche Betriebsrentengesetz kennt insgesamt fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung. Unternehmen können grundsätzlich frei entscheiden, welchen Weg sie nutzen möchten.
Zu den versicherungsförmigen Varianten zählen die Direktversicherung, die Pensionskasse und der Pensionsfonds.
Daneben existieren zwei Durchführungswege, die ohne klassische Versicherung funktionieren, nämlich die Unterstützungskasse und die Direktzusage. Beide Modelle werden seit vielen Jahren eingesetzt und gewinnen aktuell wieder an Bedeutung, insbesondere wenn Unternehmen mehr Gestaltungsspielraum bei der Vorsorge wünschen.
Direktversicherung als klassische Form der bAV
Die Direktversicherung ist eine der bekanntesten Formen der betrieblichen Altersversorgung. Dabei schließt der Arbeitgeber eine Lebens- oder Rentenversicherung für den Arbeitnehmer ab.
Die Beiträge werden häufig aus dem Bruttogehalt des Mitarbeiters finanziert, teilweise ergänzt durch Zuschüsse des Arbeitgebers. Während der Ansparphase profitieren Beschäftigte von steuerlichen Vorteilen, da die Beiträge bis zu bestimmten Höchstgrenzen steuer- und sozialversicherungsfrei eingezahlt werden können.
Beim Eintritt in den Ruhestand erfolgt die Auszahlung entweder als lebenslange Rente oder als einmalige Kapitalzahlung. Auch Hinterbliebenenleistungen können Bestandteil der Versicherung sein.
Für Unternehmen gilt die Direktversicherung als vergleichsweise einfach umzusetzen, da Verwaltung und Kapitalanlage größtenteils über das Versicherungsunternehmen erfolgen.
Warum Unternehmen Alternativen zur Direktversicherung prüfen
Die Direktversicherung ist zwar einfach umzusetzen, bringt jedoch auch einige strukturelle Einschränkungen mit sich.
Versicherungsprodukte arbeiten meist mit konservativen Kapitalanlagestrategien und festen Garantien. Dadurch sind die Renditechancen häufig begrenzt. Gleichzeitig bestehen steuerliche Höchstgrenzen für die Beiträge, die über diesen Weg eingebracht werden können.
Unternehmen, die ihren Führungskräften oder Spezialisten höhere Versorgungsleistungen ermöglichen möchten, stoßen deshalb mit klassischen Versicherungsmodellen oft an Grenzen.
Alternative Modelle wie Direktzusagen oder investmentbasierte Versorgungssysteme bieten hier häufig deutlich mehr Flexibilität.
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Unterstützungskassen für höhere Versorgungsleistungen
Die Unterstützungskasse gehört ebenfalls zu den fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung. Sie ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, über die Arbeitgeber Versorgungsleistungen für ihre Beschäftigten organisieren können.
Der Arbeitgeber zahlt Beiträge an die Unterstützungskasse, die später die Leistungen an die Arbeitnehmer auszahlt. Häufig werden diese Modelle für höhere Versorgungsleistungen eingesetzt, beispielsweise für Führungskräfte oder gutverdienende Mitarbeitergruppen.
Ein wesentlicher Unterschied zu anderen bAV Modellen besteht darin, dass bei der Unterstützungskasse keine festen steuerlichen Beitragsgrenzen gelten. Dadurch können deutlich höhere Beiträge eingebracht werden als beispielsweise bei einer Direktversicherung.
Der Anspruch auf die spätere Versorgung besteht jedoch immer gegenüber dem Arbeitgeber. Deshalb unterliegen solche Zusagen der gesetzlichen Insolvenzsicherung über den Pensions-Sicherungs-Verein.
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Investmentbasierte bAV als Alternative zur Direktversicherung
Neben den klassischen Versicherungsmodellen gewinnen kapitalmarktbasierte Lösungen zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel dafür sind wertpapiergebundene Pensionszusagen.
Bei dieser Form der betrieblichen Altersversorgung wird für die Mitarbeiter* ein Vorsorgekonto aufgebaut, das in Investmentfonds oder andere Wertpapiere investiert wird. Die spätere Höhe der Altersleistung hängt damit auch von der Entwicklung der Kapitalmärkte ab.
Unternehmen können dabei unterschiedliche Anlagestrategien wählen, etwa aktiv gemanagte Investmentfonds, ETF Strategien oder nachhaltige Anlagekonzepte. Dadurch entstehen langfristig häufig bessere Renditechancen als bei traditionellen Versicherungsprodukten.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität der Finanzierung. Beiträge können beispielsweise aus Gehaltsumwandlungen, Bonuszahlungen oder Tantiemen erfolgen. Gleichzeitig lassen sich solche Modelle häufig besser in moderne Vergütungssysteme integrieren.
Gerade für Geschäftsführer*innen sowie für Fach- und Führungskräfte werden investmentbasierte Vorsorgelösungen deshalb zunehmend zu einer interessanten Alternative zur klassischen versicherungsbasierten bAV.
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Weitere InfosWarum bAV ohne Versicherung für Unternehmen an Bedeutung gewinnt
Mehrere Entwicklungen führen dazu, dass sich Unternehmen intensiver mit alternativen Vorsorgemodellen beschäftigen.
Der demografische Wandel sorgt dafür, dass in vielen Unternehmen in den kommenden Jahren große Teile der Belegschaft in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.
Moderne Vorsorgelösungen werden damit zu einem wichtigen Bestandteil der Arbeitgeberattraktivität. Sie können nicht nur finanzielle Sicherheit schaffen, sondern auch langfristige Bindung und Planungssicherheit unterstützen.
Modelle ohne klassische Versicherung bieten Unternehmen dabei oft mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Sie lassen sich beispielsweise mit langfristigen Vergütungsstrategien oder zusätzlichen Vorsorgebausteinen kombinieren.
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Fazit: bAV ohne Versicherung wird für Unternehmen zunehmend relevant
Die betriebliche Altersversorgung entwickelt sich weiter. Versicherungsbasierte Lösungen bleiben weiterhin ein wichtiger Bestandteil vieler Versorgungssysteme. Gleichzeitig wächst das Interesse an flexibleren Modellen.
Unterstützungskassen, Direktzusagen sowie investmentbasierte Pensionszusagen zeigen, dass betriebliche Altersversorgung auch ohne klassische Versicherungsprodukte funktionieren kann.
Für Unternehmen eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, Vorsorge, Kapitalanlage und Personalstrategie enger miteinander zu verbinden.
Gerade mit Blick auf Fachkräftemangel, demografischen Wandel und langfristige Mitarbeiterbindung lohnt es sich deshalb, alternative Modelle frühzeitig zu prüfen.
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FAQ
Zu den wichtigsten Formen der betrieblichen Altersversorgung ohne Versicherung gehören die Direktzusage und die Unterstützungskasse. Darüber hinaus gewinnen investmentbasierte Pensionszusagen an Bedeutung, bei denen Beiträge über Kapitalmarktanlagen investiert werden.
Nein. Unternehmen können frei entscheiden, welchen Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung sie nutzen. Die Direktversicherung ist nur eine von fünf möglichen Varianten.
Modelle ohne Versicherung werden häufig für Geschäftsführer*innen sowie für Fach und Führungskräfte eingesetzt. Sie ermöglichen oft höhere Beiträge und flexiblere Vorsorgestrategien.
Kapitalmarktbasierte Modelle ermöglichen langfristig bessere Renditechancen als klassische Versicherungsprodukte. Gleichzeitig können Unternehmen ihre Vorsorgelösungen flexibler an Vergütungssysteme und Personalstrategien anpassen.